Jayne-Ann Igel erhält Kunstpreis Berlin

[…] ich lass so oft meinen schatten fallen, als gehöre er nicht mir, als wär er ein fremder, der mir folgt oder ein paar schritte voraus, der manchmal neben mir, sich an gemäuern entlang drückt, um nur nicht einen der schritte und posen zu verpassen –

Jayne-Ann Igel

Am 18. März 2026 wurde der in Klotzsche lebenden Schriftstellerin Jayne-Ann Igel von der Akademie der Künste der Kunstpreis Berlin – Jubiläumsstiftung 1848/1948 in der Sparte Literatur verliehen.

Jayne-Ann Igel wurde 1954 in Leipzig geboren und fand bereits früh zur Literatur. Sie erlernte in der Deutschen Bücherei in Leipzig den Beruf einer Bibliotheksfacharbeiterin und begann später ein Theologiestudium, das sie jedoch kurz vor dem Examen abbrach, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie bewegte sich in der, wie es Wolfgang Hilbig einmal nannte, „Küchen- und Korridor-Szene“ Leipziger Künstlerkreise und wurde von offiziellen Verlagen zunächst lange nicht veröffentlicht. Erst ab Mitte der 1980er Jahre wurden einzelne ihrer Gedichte in Zeitschriften und Anthologien in Ost und West veröffentlicht. Im Wendejahr 1989 jedoch erschienen dann gleich zwei eigene Gedichtbände: zum einen im S. Fischer Verlag Frankfurt am Main, zum anderen in der Reihe Poesiealbum beim Verlag Neues Leben Berlin (Ost). Ihre Textformen sind insbesondere Lyrik, lyrische Prosa und Prosaminiaturen.

Jayne-Ann Igel ist eine Beobachterin, eine, die auch den scheinbar nebensächlichsten Details ihre Aufmerksamkeit schenkt und Bedeutung beimisst, Details, die die meisten Menschen eher übersehen: Schnecken, Fugen, Unkraut, Geländeformationen, Strukturen, Schichtungen. Dieser Blick prägt auch ihre Fotos, die sie bei ihren nahezu täglichen Touren durch Klotzsche und Umgebung mit einem alten Smartphone aufnimmt und regelmäßig auf Facebook veröffentlicht. Ihre Bilder stehen seit einigen Jahren fast schon gleichberechtigt neben ihren Texten, illustrieren ihre Veröffentlichungen und sind auch immer wieder im Gemeindehaus Alte Post zu sehen.

Nach Klotzsche hat Jayne-Ann Igel bereits vor vielen Jahren die Liebe verschlagen. Sie lebt und schreibt unter dem Dach einer Altbauwohnung im Villenviertel von Königswald mit Blick in hohe, alte, immergrüne Kiefern.

Der Klotzscher Verein e. V. gratuliert zu dieser verdienten Auszeichnung!

 

Zuletzt erschienen:

wolken hinterm rollo. Gutleut Verlag, Frankfurt/Main 2024.

Außerdem schreibt Jayne-Ann Igel einen Blog: https://umtriebe.wordpress.com/

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