Leitartikel 7. Ausgabe

Liebe Leserinnen und Leser,

zum Glück gibt es in unserem Stadtteil Klotzsche viele Menschen, die mit persönlichem Engagement dazu beitragen, unsere Heimat ein Stück lebenswerter zu machen. Ende März bin ich auf dem Heller auf eine Waldreinigungsaktion von Freunden und Sportlern der Dresdner Orientierungslaufszene gestoßen. Mit großem Einsatz – und das generationenübergreifend – wurde hier Müll gesammelt, der achtlos in der Natur zurückgelassen worden war. Es ist immer wieder erstaunlich und zugleich ernüchternd, in welchen Mengen Abfälle zusammenkommen. Die Frage bleibt: Warum entsorgen manche Mitbürger ihren Müll in unserer Landschaft?

Besonders erfreulich war es zu sehen, dass auch die jüngsten Nachwuchssportler tatkräftig mit anpackten. Dieses Engagement macht Hoffnung und zeigt, dass Umweltbewusstsein keine Frage des Alters ist.

Ein weiteres schönes Beispiel von Bürgerengagement ist mir im April auf den Wiesen an der Hermann-Reichelt-Str. begegnet. Ich kam dort mit Frau Nancy Bernhardt ins Gespräch, welche dort regelmäßig die Pflanzen bestimmt. So blühen zur Zeit u.a. Sonnwend-Wolfsmilch, der Scharfe Hahnenfuß und das Frühlings-Greiskraut. Die Pflanzenvielfalt gibt es noch, nur werden die Wiesenflächen halt durch Versiegelung kontinuierlich reduziert.

Im Bereich der Hellerberge wird der Blick dann auf eine andere, unerfreuliche Entwicklung gelenkt: die Schneise im Wald, entstanden durch die Verlegung der Stromtrasse. Die Bauarbeiten selbst sind zwar längst abgeschlossen, doch die versprochene Renaturierung wirft Fragen auf. Welche Zeiträume wurden hier eigentlich zugrunde gelegt? Der Wald wird hier nie wieder das gewohnte Bild bieten, da ein Baumbewuchs der Trassenbereiche nicht mehr möglich ist. Von einer echten Heilung dieses Eingriffs können wir da wohl realistisch nie sprechen. Immerhin haben die Baumaßnahmen auch einen kleinen praktischen Vorteil. Die Waldabkürzung zwischen Hellerau und dem Industriegelände, eine günstige Umfahrung der Kreuzung Königsbrücker Str./Moritzburger Weg für Radfahrer, ist nun teilweise befestigt.

Diese Entwicklungen stehen nicht isoliert, sondern sind eingebettet in eine Vielzahl weiterer Herausforderungen im Dresdner Norden. Die Folgen der zunehmenden industriellen Ansiedlung, der weiter steigende gewerbliche Verkehr, sowie Belastungen unserer Oberflächengewässer in Klotzsche und Wilschdorf, sind Themen, die uns alle betreffen und die eine verantwortungsvolle Abwägung zwischen wirtschaftlichem Fortschritt und dem Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen erfordern. Der nun angekündigte Ausbau von Globalfoundries wird dazu wohl sein Übriges tun.

Uns alle im Dresdner Norden bewegt zudem die voraussichtliche Schließung der Schwimmhalle Klotzsche, die aufgrund notwendiger Renovierungsmaßnahmen nach der Sommerpause wohl nicht wieder öffnen kann. Hoffen wir gemeinsam, dass die aktuellen Bemühungen aller Parteien und der engagierten Klotzscher Bürgerschaft um eine akzeptable Lösung doch noch Früchte tragen.

Neben diesen nachdenklichen Aspekten gibt es aber auch erfreuliche Anlässe: Die Jubiläen,  140 Jahre Klotzscher Bürgervereine und 30 Jahre Klotzscher Verein e.V. ,  werfen bereits ihre Schatten voraus. In dieser Ausgabe finden Sie dazu zahlreiche Beiträge. Besonders ans Herz legen möchten wir Ihnen den Besuch des diesjährigen Waldfestes am 20. Juni 2026 am Nesselgrund – eine wunderbare Gelegenheit, Gemeinschaft zu erleben und Klotzsche von seiner schönsten Seite zu genießen.

Ein weiterer schöner Moment liegt hinter uns: Unser Preisrätsel der vergangenen Ausgabe hat mit Herrn Poldrack einen würdigen Gewinner gefunden. Als langjähriger, vielseitig interessierter Klotzscher Bürger hat er sich nicht nur über den Preis gefreut, sondern unserer Redaktion auch wertvolle Anregungen zur Weiterentwicklung unserer Zeitschrift gegeben. Diese Impulse nehmen wir gerne auf und werden sie in zukünftigen Ausgaben berücksichtigen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude bei der Lektüre sowie einen sonnigen, abwechslungsreichen und erlebnisreichen Sommer 2026 hier bei uns in Klotzsche.

Herzlich

Ihr Martin Jablinski 
(Chefredakteur)

 

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