Zwischen dem Schönfelder Hochland mit den Ortslagen Malschendorf und Rockau und dem an der Elbe gelegenen Ortsteil Dresden-Hosterwitz schlängelt sich der Keppbach durch das Kerbtal des wildromantischen Keppgrunds. Seine steilen Hänge reichen bis unmittelbar an den Bach und den begleitenden Wanderweg heran.
Der feucht- kühle Schluchtwald des Keppgrundes lädt besonders an heißen Tagen zum Durchwandern und Verweilen ein. Kinder spielen am und im Keppbach und erfreuen sich am frischen Nass. Die Bachkrebse von früher sind jedoch verschwunden. Aber hin und wieder kann man einen Feuersalamander entdecken. In der Dämmerung grüßen Waldkauz und Uhu sowie diverse Fledermausarten wie das Große Mausohr und die Kleine Hufeisennase.
Mitten im Grund erhebt sich auf einem Felsvorsprung hoch über dem Bach die Keppmühle, deren Geschichte sich bis in das 16. Jahrhundert verfolgen lässt. Ihr heutiges Erscheinungsbild im Fachwerkstil erhielt die Mühle um 1780.
Dichter – Musiker – Maler im Keppgrund
In dieser Zeit findet auch der Poetenweg seinen Beginn, der heute als Dichter-Musiker-Maler-Weg bekannt ist und mit einer Etappe durch den Keppgrund führt. Die Zeit der Romantik brachte viele Künstler in den Grund, die hier einen Ort der Inspiration und Muße sowie eine Quelle der Erholung vom Dresdner Stadttrubel fanden. Der Dresdner Hofkapellmeister und Komponist Carl Maria von Weber (1786-1826) kam des Öfteren von seinem Hosterwitzer Sommersitz zur Keppmühle.
Die Keppmühle als Gaststätte
Als die Mühle noch als Gaststätte geführt wurde, feierten oftmals die Dresdner Studenten feuchtfröhlich ihre sogenannten Bergfeste in der Veranda oder auf der Gartenterrasse. Kleine Konzerte zu Ehren Carl Maria von Webers fanden an und in der Mühle statt und erfreuten sich großer Beliebtheit. Die Gastwirtschaft wurde 1984 geschlossen. Doch die Mühle blieb bewohnt und das bis zum heutigen Tag, zum Glück. Denn so konnten wichtige Arbeiten am Gebäude wie die Sicherung des Daches durchgeführt werden.
Der Verfall und die Schließung des Wanderweges
Über die Jahre kam es durch Witterung und fehlende Erhaltungsmaßnahmen mehr und mehr zum Verfall der Mauern sowie der Treppenanlage vor der Keppmühle. Dies führte schließlich zur Sperrung des beliebten Wanderweges im Oktober 2010 durch die Stadt Dresden. Da es sich um einen beschränkt öffentlich gewidmeten Weg handelt, liegt er in der Zuständigkeit der Landeshauptstadt und ist durch das Straßen- und Tiefbauamt (STA) zu unterhalten und zu betreiben. Eine Sanierung war jedoch aufgrund hoher Kosten und schwieriger Bau- und Eigentumsverhältnisse viele Jahre lang nicht vorgesehen.
Bürgerinitiative für die Sanierung des Keppgrund-Wanderweges
Seit Herbst 2022 setzt sich eine Bürgerinitiative (BI) aus Anwohnern und Vertretern der umliegenden Ortsvereine für die Wiedereröffnung des Weges ein. Schirmherr der BI ist der Dresdner Pianist Peter Rösel, der viele Jahre in Hosterwitz gelebt und musiziert hat.
Im Jahr 2024 veranlasste das STA eine Vorplanung. Aufgrund der schwierigen Erreichbarkeit und der umfangreichen Sicherungs- und Sanierungsarbeiten geht die Baumaßnahme mit hohen Kosten einher. Eine Schätzung geht von 500 TEUR aus. Um die Forderung nach Sanierung des Weges deutlich zu untermauern, hat die BI eine Spendenaktion gestartet. Durch Benefizveranstaltungen und von mehr als 250 Einzelspendern sind bereits 75 TEUR gesammelt worden.
Im städtischen Haushalt 2025/26 wurden finanzielle Mittel für den Keppgrund eingestellt und nach Aussagen des STA soll noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden. Dies wäre ein Höhepunkt im Weber-Jubiläum 2026 und würde den langen Leidensweg des Wanderweges endlich beenden.
Bis dahin organisiert die Bürgerinitiative weitere Benefizveranstaltungen und sammelt über den Ortsverein Pillnitz Spenden:
Ortsverein Pillnitz e.V.
Ostsächsische Sparkasse Dresden
IBAN: DE27 8505 0300 3120 2321 80
Verwendung: Wanderweg Keppgrund
Kontakt zur Bürgerinitiative:
https://keppgrund-bi.de.
bi.keppgrund@gmail.com
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